10:00 Begrüßung und AG „Klima in einfacher Sprache„
10:30 D. Sandmann (Stiftung gEgM) : „Die Mitte gewinnen„
11:00 Dr. C. Abels: „Kernschmelze der Demokratie“
11:40 S. Krenzer (Mehr Demokratie e.V.): „Bürgerbeteiligung im Kontext Klimapolitik“
Mehr Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen:
Die AG Klima in einfacher Sprache verdeutlicht in ihrem Vortrag die Bedeutung einfacher verständlicher und zugänglicher Sprache in der Kommunikation für gesellschaftliche Teilhabe sowie für ein besseres Verständnis klimarelevanter Themen.
Neben relevantem Hintergrundwissen werden im Vortrag konkrete Regeln zur Anwendung vermittelt, die nachvollziehbar und praktisch gut umsetzbar sind. Ziel ist es zu motivieren und anzuregen, Texte und Inhalte so zu gestalten, dass sie für ein breiteres Publikum zugänglich und verständlich werden.
Oder in einfacher Sprache:
Die AG „Klima in einfacher Sprache“ setzt sich für Sprache ein, die alle Menschen gut verstehen können. Das ist wichtig, damit alle Menschen auch schwierige Informationen verstehen, zum Beispiel zum Klima.
Im Vortrag erklärt die AG, was einfache Sprache ist und gibt wichtige Informationen. Die AG zeigt klare Regeln, wie man einfache Sprache nutzen kann. Die Zuhörenden sollen Lust bekommen, auch Ihre eigenen Texte einfacher und verständlicher zu schreiben. So können mehr Menschen erreicht werden.
Donald Sandmann (Stiftung Gesunde Erde Gesunde Menschen) –
„Die Mitte gewinnen – Gesundheitsargumente für Klima- und Naturschutz“
Gesundheit beginnt mit der Luft, die wir atmen, dem Wasser zum Trinken, Pflanzen zum Essen, erträglichen Temperaturen und einem friedlichen Miteinander. Der Erhalt dieser Lebensgrundlagen hat aktuell keine Priorität im politischen und öffentlichen Diskurs. Unsere neue Studie zeigt jedoch, dass der Schein trügt. Knapp 70 Prozent der deutschen Bevölkerung sind weiterhin besorgt über die Folgen von Klimawandel und Umweltzerstörung.
Wir haben uns gefragt: Welche Argumente und Botschaften für Klima- und Naturschutz sind für die gesellschaftliche Mitte momentan relevant und überzeugend?
Unsere Analyse zeigt beispielsweise: Ein positives Framing funktioniert besser als ein negatives. Gruppen wie der Feuerwehr oder Menschen aus der Wissenschaft und Landwirtschaft wird am meisten vertraut. Und Themen mit Bezug zur Natur, persönlicher Betroffenheit und Gesundheit sind am überzeugendsten.
zur Person:
Donald Sandmann leitet die politische Arbeit der Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen. Sein Ziel ist es, Gesundheit und Wohlbefinden innerhalb der planetaren Grenzen zu fördern und Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu verbinden, „Planetary Health in all policies“ ist dabei sein Credo. 2017 begann er seine berufliche Laufbahn bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Bereich Good Governance. Anschließend arbeitete er in einer Agentur für politische Kommunikation und betreute Wahlkämpfe, Kampagnen sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er ist im Advisory Board von ten23 health und Community Manager im Global Health Hub Germany.
Demokratien sind nur so stark wie der politische Wille, an ihnen festzuhalten. Eine zentrale Rolle spielen dabei Normen – sie regeln die Bereiche unseres Zusammenlebens, die nicht ausdrücklich in Gesetzen oder Verfassungen festgeschrieben sind. Genau weil sie keinen formalen Schutz genießen, sind diese Normen besonders anfällig für politische Manipulation. Eine besonders wichtige Norm ist dabei Wahrheit: das gemeinsame Bestreben, Politik auf Fakten zu basieren und öffentliche Debatten auf Basis geteilter Realität zu führen. In einer Zeit, in der Fakten zunehmend als verhandelbar gelten und politische Überzeugungen Sachargumente verdrängen steht diese Norm steht jedoch unter wachsendem Druck. Der Vortrag beleuchtet, welche Auswirkungen der Bruch solcher Normen auf demokratische Systeme hat – und zieht dabei einen Vergleich zu Unfällen in Kernkraftwerken.
Zur Person:
Dr. Christoph M. Abels ist Verhaltenswissenschaftler und Post-Doctoral Fellow (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) im Department Psychologie der Universität Potsdam. Seine Forschung befasst sich mit den psychologischen Ursachen der Erosion demokratischer Prozesse und Strukturen, insbesondere dem Einfluss von Fehlinformationen, unterschiedlichen Verständnissen von Wahrheit und der Rolle künstlicher Intelligenz.
Umfassende Veränderungen, wie sie für den Klimaschutz notwendig sind, sind politisch und gesellschaftlich umstritten. Kann Bürgerbeteiligung, z. B. in Form losbasierter Bürgerräte oder direktdemokratischer Abstimmungen dazu beitragen „die Menschen abzuholen“, Akzeptanz zu schaffen und wirksame Maßnahmen umzusetzen? Im Workshop diskutiert Steffen Krenzer mit den Teilnehmenden Potenziale, Grenzen und Randbedingungen von Bürgerbeteiligung im Kontext der Klimapolitik und stellt dabei Erkenntnisse aus aktuellen Verfahren vor.
Zur Person:
Steffen Krenzer ist Psychologe und leitet beim Verein Mehr Demokratie den Arbeitsbereich „Demokratie und Klima“. Aktuell arbeitet er u. a. am Modellprojekt „Klima trifft Kommune“, das erstmals in Deutschland losbasierte Bürgerräte und verbindliche Bürgerentscheide verbindet, z. B. zu Themen wie Mobilitätswende oder Hitzeschutz.
